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Mit
diesem
Buch
möchte
ich
in
der
Erinnerung
der
Menschen
bleiben.
So
der
Wunsch
von
Amos
Oz.
In
der
Tat
hat
er
einen
außergewöhnlichen,
einen
starker
Roman
geschrieben
-
wenn
es
denn
überhaupt
einer
im
klassischen
Sinn
ist.
Dieser
Grenzgänger
zwischen
Poesie
und
Prosa
sticht
vor
allem
durch
zwei
Elemente
hervor.
Zum
einen
ist
es
der
Sprachstil,
der
tanzend
leicht
zwischen
alltäglichem
Erzählduktus
und
antik-epischen
Versrhythmus
hin
und
her
schwingt,
mit
Passagen,
die
zuweilen
an
die
aus
dem
Hintergrund
verkündeten
Schicksalsansagen
altgriechischer
Tragödienchöre
erinnern.
Und
zum
anderen
ist
es
jene
aus
umfassender
Erfahrung
gespeiste,
wissend
lächelnde,
aber
auch
um
die
Vergeblichkeit
wissende
Lebensperspektive,
die
jedoch
bei
aller
Distanz
keineswegs
jenseits
von
Gut
und
Böse
ist.
Immer
noch
prägen
Leidenschaft
und
die
Sehnsucht
nach
menschlicher
Wärme,
auch
Zorn
und
Staunen
die
Sicht
auf
menschliches
Leben
und
Erleben.
Die
Geschichte
spielt
in
Israel
und
handelt
von
sechs
Personen
-
wobei
der
Erzähler
als
eigens
erwähnte,
eigenständige
Figur
ins
Spiel
gebracht
wird
-
die
mehr
oder
minder
eng
miteinander
verbunden
sind.
"Meistens
lebendig",
wie
der
Autor
im
Hinblick
auf
die
aus
dem
Totenreich
zitierte
Nadia,
verstorbene
und
betrauerte
Ehefrau
von
Albert,
bemerkt.
Albert
nimmt
innerhalb
des
Handlungs-
und
Erzählgeflechts
eine
zentrale
Position
ein,
von
der
aus
betrachtet
und
auf
die
hin
agierend
die
anderen
Lebensläufe
und
Handlungsstränge
angeordnet
und,
formal
spielerisch
leicht,
verwoben
sind.
Albert,
sechzigjähriger
Steuerberater,
verkörpert
weitgehend
das
alter
ego
des
Autors,
der
sich
aber,
wie
schon
erwähnt,
expressis
verbis
zusätzlich
auch
noch
als
Erzähler
einbringt.
Er
treibt
in
seinen
Emotionen,
teilweise
fast
hilflos,
zwischen
seiner
gerade
verstorbenen
Frau
Nadia,
seiner
gleichaltrigen
Kollegin
Bettine
und
der
blutjungen
Dita,
Freundin
seines
sich
in
Tibet
selbst
suchenden
Sohnes
Rico.
Dieser
wiederum
braucht
die
räumliche
und
mentale
Distanz
zu
seinem
Vater,
um
"sich
selbst
zu
finden,
ganz
er
selbst
zu
werden".
Dies
soll
ihm
in
der
monatelangen
Reise
durch
Tibet
und
andere
Himalajaregionen
gelingen.
Die
umtriebige
Dita
vermisst
Rico
zwar
und
wartet
auf
seine
Rückkehr,
nutzt
aber
die
Zeit,
um
herauszufinden,
was
das
Leben
und
andere
Männer
noch
zu
bieten
haben.
Fast
selbstverständlich,
dass
die
ineinanderspielenden,
sich
überlappenden
Beziehungen
für
überraschende
Wendungen
sorgen,
brisante
Spannungen
und
anrührende
Situationen
schaffen.
Aber
auch
manches
Lapidare.
"Und
alle
leben
mitten
unter
Schatten.
Der
Erzähler
selbst
bewegt
sich
zwischen
mutwillig
und
mystisch."
Was
dem
Leser
wiederum
die
literarische
Bewegung
in
einem
selten
schönen,
teilweise
kostbaren
Wortgebäude
beschert. Und
so
könnte
es
dem
Autor
gelingen,
vielleicht
nicht
unbedingt
im
Gedächtnis
"der
Menschen",
aber
doch
im
Gedächtnis
vieler
Leser
zu
bleiben,
die
mit
diesem
Buch
ein
außergewöhnliches,
sehr
subtiles
Leseereignis
in
Erinnerung
behalten
werden.
Ausführliche
Rezension
auf
Anfrage!
Textauszug:
Beinah
sechzig
ist
dieser
Erzähler,
und
die
Kurzfassung
klingt
ungefähr
wie
folgt:
Die
Liebe
ist
mal
so,
mal
so.
Am
Ende
bleiben
wir
allein:
behaarte
Heuarbeiter,
Tsila,
Gila
und
Bettine,
Albert
und
auch
der
Erzähler.
Dazu
er,
in
Tibet
bergsteigend,
und
sie,
die
stickte
in
der
Ruhe
ihres
Schlafzimmers.
Wir
gehen
und
wir
kommen,
sehen
und
begehren,
bis
es
Zeit
ist:
Schweigen,
Aufbruch.
Und
dann
Stille.
In
Jerusalem
geboren,
lebt
in
Arad,
sah
sich
um
und
wünschte
sich
so
dies
und
das.
Seit
er
Kind
war,
hat
er
ungeduldig
immer
wieder
seine
Tante
Sonia,
die
viel
durchgemacht
hat,
sagen
hören,
Seien
wir
mit
dem
zufrieden,
was
wir
haben.
Schätzen
wir
uns
glücklich.
Und
inzwischen
ist
ihm,
endlich,
diese
Denkungsart
nicht
länger
fremd.
Alls
das,
was
da
ist,
Mond
und
Lufthauch,
Wein
und
Stift
und
Worte,
Ventilator,
Schreibtischlampe,
Schubert
(aus
dem
Hintergrund),
der
Schreibtisch
selbst;
ein
Schreiner,
seit
neun
Jahren
tot,
hat
schwer
geschuftet,
um
dir
diesen
Tisch
zu
bauen,
damit
du
dran
denkst,
bei
Null
hast
du
nicht
angefangen.
Von
dem
Licht
der
Sterne
bis
zur
einfachsten
Olive
oder
Seife,
einem
Faden
bis
zu
einem
Schuhriemen,
von
einem
Laken
bis
zum
Herbst.
Es
wär
nicht
schlecht,
mit
ein
paar
Zeilen,
die
den
Namen
auch
verdienen,
für
all
das
zu
danken.
Autorenportrait:
Amos
Oz
wurde
1939
in
Jerusalem
geboren.
Zu
seiner
Familie
gehörten
Gelehrte
und
Lehrer,
einige
von
ihnen
militante
rechtsstehende
Zionisten,
die
in
den
frühen
Dreißigerjahren
aus
Polen
und
Russland
einwanderten.
Amos
verließ
im
Alter
von
fünfzehn
Jahren
aus
Protest
gegen
die
Welt
seines
Vaters
die
Hauptstadt
und
lebte
viele
Jahre
im
Kibbuz
Hulda,
wo
er
auch
die
Schule
besuchte.
Nach
dem
Abschluss
seines
Militärdienstes
kehrte
er
1961
in
den
Kibbuz
zurück,
um
in
den
Baumwollfeldern
zu
arbeiten.
Die
ersten
Kurzgeschichten
erschienen
in
der
literarischen
Vierteljahresschrift
„Keschet",
bevor
ihn
der
Kibbuz
nach
Jerusalem
schickte,
wo
er
an
der
Hebräischen
Universität
Philosophie
und
Literatur
studierte.
Die
nächsten
25
Jahre
verbrachte
er
wieder
im
Kibbuz,
schreibend,
in
der
Landwirtschaft
arbeitend
und
in
der
Kibbuzschule
unterrichtend.
Als
Reservist
einer
Panzereinheit
kämpfte
Oz
1967
an
der
Sinaifront
und
1973
auf
dem
Golan.
Gedanken
von
Soldaten
über
den
Sechs
Tage
Krieg
veröffentlichte
Oz
in
"Der
siebente
Tag."
Die
Jahre
1969
bis
1970
verbrachte
er
am
St.
Cross
College
in
Oxford.
1975
und
1990
lebte
er
als
Autor
an
der
Hebräischen
Universität,
1984
bis
1985
verbrachte
er
im
Colorado
Springs
College
in
den
USA.
1986
entschloss
sich
er
sich,
mit
seiner
Familie
den
Kibbuz
zu
verlassen
und
lebt
seither
in
Arad.
Oz
widmet
sich
nach
wie
vor
seiner
schriftstellerischen
Tätigkeit,
er
hat
den
Agnon
Lehrstuhl
für
Hebräische
Literatur
an
der
Universität
Be´er
Sheva
inne
und
ist
ein
aktives
Mitglied
von
Peace
Now,
der
israelischen
Friedensbewegung.
Seit
1967
veröffentlichte
Amos
Oz
zahlreiche
Artikel
und
Essays
über
den
israelisch-arabischen
Konflikt,
in
denen
er
sich
für
einen
israelisch-palästinenischen
Kompromiss,
basierend
auf
gegenseitiger
Anerkennung
und
der
Koexistenz
eines
israelischen
und
eines
palästinensischen
Staates
(Westbank
und
Gaza),
ausspricht.
Als
eine
der
führenden
Persönlichkeiten
von
„Peace
Now"
haben
ihn
seine
Artikel,
Essays
und
politischen
Aktivitäten
zu
einer
prominenten
Figur
Israels
gemacht.
Seine
Ansprachen
und
Artikel
wurden
in
viele
Sprachen
übersetzt.
1991
wurde
Amos
Oz
zum
Vollmitglied
der
Akademie
der
Hebräischen
Sprache
gewählt.
1992
erhielt
er
vom
Deutschen
Bundespräsidenten
Richard
von
Weizsäcker
in
der
Frankfurter
Paulskirche
den
Friedenspreis
des
Deutschen
Buchhandels.
Sein
Laudator
war
Siegfried
Lenz.
1997
zeichnete
ihn
Präsident
Jacques
Chirac
mit
dem
Französischen
Kreuz
der
Ehrenlegion
aus.
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Anfang
Amos
Oz:
Allein
das
Meer
Roman,
Suhrkamp
Verlag,
Frankfurt
am
Main,
2002,
gebunden.,
ISBN
3-518-41367-8
www.suhrkamp.de/
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