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Sie
stehen
zweifellos
im
Blickpunkt,
die
Frauen
in
den
Medien,
besonders
im
Fernsehen,
und
dort
bevorzugt
im
Rampenlicht
der
Talkshows.
Aber
sie
sitzen
deshalb
noch
lange
nicht
an
den
Schalthebeln
der
Macht.
Jedenfalls
nicht
in
der
Regel.
Zu
diesem
hinlänglich
bekannten
und
immer
noch
gültigen
Fazit
kommt
auch
Susan
Kades
in
ihrem
Buch,
das
auf
der
Basis
ihrer
Magisterarbeit
entstanden
ist.
Sie
hat
dafür
insgesamt
15
gestandene
Medienschaffende,
zehn
Journalistinnen
und
fünf
Journalisten,
zu
deren
beruflicher
Situation
befragt
und
dazu
einen
vergleichenden
Blick
auf
die
Situation
der
1960er
und
siebziger
Jahre
geworfen.
Prominenteste
Gesprächspartnerinnen
waren
Maybritt
Illner,
Sandra
Maischberger
und
Ulrike
Holler.
Nun
wissen
wir
aus
anderen
Untersuchungen,
dass
Frauen
in
Nachrichtensendungen
und
Politmagazinen
beim
Publikum
gut
ankommen
und
dass
Talk-Runden
und
Podien,
besonders
wenn
sie
etwas
dröge
Themen
behandeln,
durch
eine
"gemischte
Besetzung"
mit
Frauen
und
Männern
unbedingt
gewinnen.
So
neigen
beispielsweise
Männer
reflexhaft
dazu,
die
Stimme
ein
wenig
besänftigend
zu
senken,
wenn
Weiblichkeit
in
ihrer
Nähe
weilt,
während
Frauen
umgekehrt
eher
bereit
sind,
ein
Lächeln
aufzustecken,
wenn
ein
Mann
sie
anspricht.
Das
bedeutet,
dass
im
Allgemeinen
mit
mehr
Zuschauerinteresse,
und
das
heißt
mehr
Quote,
zu
rechnen
ist,
wenn
gemischte
Gesprächsrunden
ein
Thema
angehen.
Es
ist
also
bei
sehr
vielen
Sendeformaten
schon
unter
betriebswirtschaftlichen
Gesichtspunkten
sinnvoll,
für
ein
mehr
oder
minder
ausgewogenes
Geschlechterverhältnis
zu
sorgen.
Doch
heißt
das
auch,
wie
FAZ-Herausgeber
Frank
Schirrmacher
im
vergangenen
Jahr
wähnte,
dass
"die
Frauen"
die
"Bewusstseinsindustrie"
übernommen
hätten?
Vielleicht
fragen
Moderatorinnen
ja
wirklich
besser,
schließlich
können
Frauen
auf
ein
Jahrhunderte
langes
Training
im
Zuhören
zurückgreifen,
das
sich
jetzt
vielleicht
auszahlt.
Und
möglicherweise
sprechen
Männer
mit
ihnen
entspannter,
da
sie
sie
nicht
so
ausgeprägt
wie
männliche
Fragesteller
als
mögliche
Konkurrenz
ansehen.
Maybritt
Illner
allerdings
hält
nicht
viel
von
dieser
These.
"Unabhängig
davon,
wen
ich
privat
mitunter
interessanter
finde,
gibt
es
keinen
typisch
weiblichen
oder
typisch
männlichen
Journalismus,
es
gibt
guten
und
schlechten.
Man
hat
entweder
die
Fähigkeit,
Geschichten
erzählen
zu
können
oder
ein
Gespräch
zu
leiten,
oder
man
hat
sie
nicht.
Das
ist
vom
Geschlecht
absolut
unabhängig."
Dem
ist
wohl
nichts
entgegen
zu
setzen.
Allerdings:
Da "der
Journalismus",
ähnlich
wie
"die
Wahrheit"
und
andere
hehre
Güter,
niemandem
als
homogenes
Ganzes
zugänglich
ist,
sondern
sich
aus
vielen
einzelnen
Facetten
und
Aspekten
zusammensetzt,
zu
denen
alle
Medienschaffenden
beitragen,
hat
der
zunehmende
Beitrag
weiblicher
Fragestellungen,
Sichtweisen
und
Denkanstöße
ganz
sicher
seine
Wirkung
im
Hinblick
auf
eine
vielschichtigere
und
geschlechtergerechtere
Berichterstattung
und
Programmgestaltung.
Und
zweifellos
lässt
sich
feststellen,
dass
sich
im
Journalismus
seit
den
1960er
Jahren
durch
den
erhöhten
Frauenanteil
im
Medienbetrieb
einiges
verändert
hat.
So
wie
in
der
Gesellschaft
insgesamt
ein
Umdenken
stattgefunden
hat
und
Frauen
nicht
mehr
als
hauptsächlich
für
"Heim
und
Herd
geschaffen"
angesehen
werden,
so
sind
inzwischen
Frauen
auch
in
den
Medien
anteilmäßig
deutlich
besser
vertreten
als
früher.
Bei
den
Volontariaten
der
Rundfunkanstalten
beispielsweise
liegt
heute
der
Frauenanteil
bei
rund
65
Prozent.
Allerdings,
und
auch
hier
die
Parallele
zu
anderen
hochqualifizierten
Berufen,
je
höher
es
in
der
Hierarchie
geht,
um
so
weniger
Frauen
sind
anzutreffen.
Unter
den
deutschen
Intendanten
findet
sich
gerade
mal
eine
einzige
Frau.
Auf
der
Suche
nach
den
dafür
verantwortlichen
Ursachen
sind
wir
dann
wieder,
wie
so
oft,
wenn's
um
die
Karriere
von
Frauen
geht,
beim
Thema
"Vereinbarkeit
von
Beruf
und
Familie".
Der
Aufwand
und
die
Belastung,
diese
zwei
Bereiche
verträglich
zu
gestalten,
sind
enorm.
Zwar
hat
es
tatsächlich
noch
nie
so
viele
selbstbewusste,
erstklassig
ausgebildete
und
ihre
beruflichen
Chancen
so
selbstverständlich
einfordernde
Frauen
gegeben,
und
wahrhaftig
sind
heutzutage
Redakteurinnen
keine
"unwillkommenen
Eindringlinge"
mehr.
Doch
der
Zwiespalt
ist
so
stark
wie
je.
Daher
verzichten
heute
viele
Frauen
auf
Kinder
zugunsten
der
Karriere,
oder
aber
ihnen
ist,
wenn
sie
sich
für
eine
Familie
entschieden
haben,
diese
im
Konfliktfall
wichtiger
als
der
Beruf.
Darüber
hinaus
wird
der
Wert
der
kreativen
Freiheit
vielfach
deutlich
höher
geschätzt
als
der
Platz
"ganz
oben".
Im
Gegensatz
zu
vielen
männlichen
Kollegen.
Also
nichts
unbedingt
Neues.
Und
auch
nichts
journalistisch
Spezifisches.
Dennoch:
Die
Autorin
sieht,
gestützt
auf
die
Frauenmedienforschung,
wirkliche
Chancengleichheit
langsam
weiter
wachsen.
Zum
einen,
weil
viele
der
Befragten
glauben,
dass
Frauen
zukünftig
vermehrt
auf
Kinder
verzichten
werden
(Möchten
wir
das
wirklich?),
zum
anderen,
weil
der
gesellschaftliche
Wandel
in
diese
Richtung
weiter
läuft
und
Frauen
zunehmend
"männliche
Signale"
aussenden.
Das
Buch
bietet
eine
ganze
Reihe
aktueller
Zahlen,
interessante
Blickwinkel
und
Meinungen
sowie
ein
umfangreiches
Literaturverzeichnis.
Autorenportrait: Susan
Kades,
Jahrgang
1976,
studierte
Publizistikwissenschaft
an
der
Johannes
Gutenberg-Universität
in
Mainz.
Praktische
Erfahrungen
und
eigene
Einblicke
ins
Mediengeschäft
sammelte
sie
durch
verschiedene
Hospitationen
und
Praktika
bei
PR-
und
Werbeagenturen,
Radio-
und
Fernsehsendern
sowie
bei
Verlagen.
Beim
Hessischen
Rundfunk
absolvierte
sie
nach
ihrem
Studium
ein
Volontariat.
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Susan
Kades:
Frauen
dürfen
alles
fragen
Rundfunkjournalistinnen
in
Wirtschaft
und
Politik
Ulrike
Helmer
Verlag,
Königstein
2004
ISBN:
3-98741-142-3
www.ulrike-helmer-verlag.de
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