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Sensation
bedeutete
ursprünglich
nichts
anderes
als
"Wahrnehmung".
Heute
versteht
man
unter
einer
Sensation
das,
was
die
Wahrnehmung
magnetisch
auf
sich
zieht:
das
Spektakuläre.
Was
kein
Aufsehen
zu
erregen
vermag,
wird
kaum
noch
wahrgenommen.
Esse
est
percipi
-
Sein
ist
Wahrgenommenwerden.
Der
Kampf
ums
Dasein
wird
in
der
Sensationsgesellschaft
zum
Kampf
um
Wahrnehmung.
Christoph
Türcke
verfolgt
in
seinem
grundlegenden
philosophischen
Werk
den
Wandel
der
Sensation
zur
Anschauungsform
des
modernen
Menschen,
zum
Verhaltensmuster,
zum
Unruheherd
einer
ganzen
Gesellschaft.
Ausführliche
Rezension
auf
Anfrage
Textauszug: Es
hat
sich
gezeigt;
Sensation
ist
ein
ganzer
Komplex.
Zunächst
etwas
Subjektives:
Wahrnehmung; dann
deren
Steigerung:
Wahrnehmung
des
Aufsehenerregenden;
dann
etwas
Objektives:
das
Aufsehenerregende
selbst;
und
schließlich
die
wechselseitige
Durchdringung
und
Verstärkung
von
Subjektivem
und
Objektivem.
Beide
sind
Momente
eines
umfassenden
Sendezwangs,
der
ebenso
dafür
sorgt,
dass
sich
der
ökonomische
Kampf
ums
Dasein
immer
mehr
zu
einem
Kampf
um
Wahrnehmung
ästhetisiert,
wie
dafür,
dass
"das
Aufsehenerregende"
zur
vorrangigen
Bedeutung
von
Sensation
geworden
ist
und
dessen
Wahrnehmung
zur
Wahrnehmung
überhaupt.
Der
Extremfall
von
Sensation
tendiert
zu
ihrem
Normalfall;
was
kein
Aufsehen
erregt,
wird
nicht
wahrgenommen.
Und
Sensation
wird
zur
Lebensnotwendigkeit.
Man
muss
sie
machen
und
sie
haben,
wenn
man
"da"
sein,
im
wörtlichen
wie
im
übertragenden
Sinn
eine
Existenz
haben
will.
Der
Sendezwang
ist
einerseits
Marktzwang;
die
technologisch
avancierteste
Form
des
alten
kapitalistischen
Konkurrenzkampfs,
die
all
dessen
unerledigte
Hypotheken,
seien
Expansionszwang,
seine
Ausbeutungs-
und
Ausgrenzungsverhältnisse
mitschleppt
und
lediglich
umdefiniert
und
umschuldet.
Andererseits
leistet
er
eine
Nivellierungs-
und
Übersetzungsarbeit,
die
darüber
hinausragt.
...............................
Als
subjektiv-objektive
Verwicklung
von
Macht-
und
Wahrnehmungsverhältnissen
ist
Sensation
sowohl
Herrschaftsform
als
auch
Wahrnehmungsform.
Keine
Wahrnehmungsform
ist
vom
Himmel
gefallen,
keine
freiwillig
entstanden.
Aber
jede
ragt
über
die
sozialen
Verhältnisse,
die
sich
in
ihr
abdrücken,
auch
hinaus.
Sie
neutralisiert
sie
zu
allgemeinen
Sozialisationsbedingungen.
So
wächst
auch
der
Sensationskomplex
denen
an,
die
unter
ihm
aufwachsen.
Niemand
kenn
mehr
anders
als
unter
seinen
Bedingungen
wahrnehmen
und
sich
ausdrücken:
keine
Politik,
keine
Kunst,
keine
Wissenschaft.
Auch
die
hier
gebotene
Reflexion
untersteht
ihm,
tritt
aber
zum
Beweis
dafür
an,
dass
ihre
Wahrnehmungsbedingungen
nicht
ihre
Denkgrenzen
sind.
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Autorenportrait: Christoph
Türcke,
Jahrgang
1948,
ist
Professor
für
Philosophie
an
der
Hochschule
für
Grafik
und
Buchkunst
in
Leipzig.
Zu
seinen
wichtigsten
Veröffentlichungen
gehören
"Der
tolle
Mensch.
Nietzsche
und
er
Wahnsinn
der
Vernunft",
2000,
"Sexus
und
Geist.
Philosophie
im
Geschlechterkampf",
2001,
sowie
"Rücksicht
aufs
Kommende.
Altlasten
der
neuen
Weltordnung",
1998.
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Christoph
Türcke:
Erregte
Gesellschaft
-
Philosophie
der
Sensation,
2002,
328
Seiten,
Leinen,
ISBN
3-406-49521-4
www.beck.de
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