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Es
war
das
Medienereignis
der
Jahre
2000 und
2001
und
brachte
die
Gemüter
mächtig
in
Wallung:
die
von
dem
Münchner
Sender
RTL2
ausgestrahlte
Fernsehsendung
BigBrother
mit
ihren
diversen
Staffeln. In
ihrem
Gefolge
prasselten
auf
die
Zuschauer
weitere
Produkte
dieses
Trends
herab.
Sie
hießen,
„Insel-Duell“,
„Geburtsstation“
(amerikan.),
„Ich
heirate
einen
Millionär“
oder
„girlscamp“.
Jede
Menge
sogenanntes
Reality-TV,
wie
dieses
Sendeformat
im
Fachjargon
heißt.
Doch
die
Popularität
und
den
kommerziellen
Erfolg
von
BigBrother,
vor
allem
der
ersten
Staffel,
konnte
keine
Folgesendung
erreichen. Selbst
die
im
Frühjahr
2003
ausgestrahlte
BigBrother-Neuauflage
musste
schon
mit
extrem
viel
(vor
allem
verbalem)
Sexrummel
aufwarten,
um
überhaupt
noch
ins
Gespräch
des
observierenden
Publikums
zu
kommen.
Verletzung
der
Menschenwürde,
der
Neue
Exhibitionismus,
das
Ende
der
Privatheit,
Menschenzoo,
TV-Knast,
Big
Gähn
oder
schlicht
Deppenfernsehen,
so
ließ
sich
die
Seite
der
Kritiker
vernehmen.
Riesenspaß,
tolle
Unterhaltung,
Faszination
des
Alltäglichen
oder
vollgeiler
Kult,
so
tönte
die
Seite
der
überwiegend
sehr
jungen
und
begeisterten
Anhänger.
Wenn
ein
Ereignis
dermaßen
viel
Publizität
erringen
kann,
dann
hat
es
in
irgendeiner
Form
einen
Nerv
der
Zeit
genau
getroffen.
Welcher
Nerv
bzw.
welche
Nerven
aber
sind
hier
bloßgelegt
worden?
Weder
Zufall
noch
Medienkonstrukt
aus
dem
Nichts
Jede
Gesellschaft
hat
die
Medien,
die
sie
verdient,
d.h.
die
sie
widerspiegeln.
War
also
die
Erregung
der
Kritiker
berechtigt,
und,
vor
allem,
traf
sie
mit
der
Schelte
der
„Medien“
die
Richtigen?
Oder
wurde
ein
Sündenbock
vorgeschoben,
um
anderweitige
Ratlosigkeit
zu
kaschieren?
Ist
mit
der
Fernsehshow
BigBrother
tatsächlich
irgendeine
Grenze
bisheriger
Konventionen
überschritten
worden?
Wie
steht
es
um
die
gesellschaftlichen
Verhaltensmuster
und
Voraussetzungen
für
diesen
Quoten-Erfolg?
Drei
Gruppen
sind
in
dem
Geschehen
und
in
der
öffentlichen
Diskussion
im
Wesentlichen
hervorgetreten:
die
Veranstalter,
die
Kritiker
und
die
Anhänger
bzw.
positiv
Interessierten.
Die
Veranstalter,
also
Produzent
und
Sender,
sind
als
privatrechtliche
Wirtschaftsunternehmen
ihrem
legitimen
Ziel
gefolgt,
Geld
zu
verdienen,
und
dabei
voll
auf
ihre
Kosten
gekommen.
Mit
einem
großen
Teil
der
unter
Zwanzigjährigen
haben
sie
genau
die
Hauptzielgruppe
erreicht,
die
für
ein
Werbeumfeld
zum
kräftigen
Absahnen
gebraucht
wird.
Vorsichtige
Schätzungen
gehen
davon
aus,
dass
sowohl
in
die
Kassen
der
Produktionsfirma
Endemol
als
auch
in
die
von
RTL2
insgesamt
jeweils
etwa
20
Millionen
Mark
Gewinn
geflossen
sind.
Angetreten
war
BigBrother
(BB)
mit
dem
Anspruch,
wirkliches
Leben
authentisch
abzubilden,
als
eine
Art
Super-Reality-Show
also
oder
eine
Mega-Doku-Soap,
deren
Ausgangssituation
die
Abbildung
der
Realität
durch
die
Realität
selbst
ist.
Davon
kann
selbstverständlich
nicht
mehr
die
Rede
sein,
denn
dass
kaum
etwas
von
dem
Containergeschehen
dem
Zufall
überlassen,
sondern
dass
von
Seiten
der
Produzenten
kräftig,
wenn
auch
sehr
geschickt
inszeniert
wurde,
steht
mittlerweile
außer
Frage.
Das
hat
aber
erstens
die
Fans
keineswegs
abgeschreckt,
wie
der
enorme
Zulauf
für
die
Fortsetzung
zeigt,
und
war
zweitens
zwingend
notwendig,
um
auf
jeden
Fall
Langeweile
zu
verhindern.
Das
originäre
Interesse
von
Produzent
und
Sender
war
und
ist
es,
öffentliche
Aufmerksamkeit
zu
erregen,
denn
sie
ist
der
Nährboden
jeglichen
Medienerfolges.
Und
hier
liegt
ein
großes
Problem
der
Sender.
Denn
in
einer
wohlhabenden
Gesellschaft
mit
viel
Freizeit
und
dem
Drang,
diese
möglichst
mit
„viel
Spaß“
zu
verbringen,
ergibt
sich
eine
große
Nachfrage
nach
Unterhaltung,
der
bei
der
stattlichen
Gruppe
konkurrierender,
sich
wirtschaftlich
bis
aufs
Messer
bekämpfender
privatwirtschaftlicher
Sender
keineswegs
genügend
erfolgversprechende
Produktionen
zur
Verfügung
stehen.
Um
die
Aufmerksamkeit
der
Zuschauer
über
längere
Zeit
zu
binden,
wird
eine
ständige
Steigerung
der
Effekte
notwendig.
Dafür
das
Einverständnis
der
Teilnehmer
zu
erreichen,
ist
relativ
leicht,
da
auch
deren
Hauptinteresse
in
dem
Erringen
von
Aufmerksamkeit
liegt.
Und
mit
der
Bereitstellung
einer
Plattform,
die
den
Teilnehmern
Aufmerksamkeit
garantiert,
lässt
sich
auf
absehbare
Zeit
weiterhin
viel
Geld
verdienen.
Die
Gruppe
der
mehr
oder
minder
vehementen
Kritiker
zeichnete
sich
vornehmlich
durch
zwei
Merkmale
aus.
So
ziemlich
alle
weltanschaulichen
und
parteipolitischen
Lager
fanden
sich
erstens
in
ihrem
Unmut
vereint
und
zeigten
zweitens
etwa
die
gleiche
eigenartige
Hilflosigkeit
der
Argumentation.
Befürchtungen
um
die
Menschenwürde
und
sogar
die
Grundrechte
sowie
massive
Bedenken
hinsichtlich
der
noch
unabsehbaren
Folgeentwicklungen
wurden
ins
Feld
geführt
und
versackten
im
nebulösen
Verbalgroll.
Das
große
Unbehagen
an
dem
Persönlichkeits-Striptease
im
TV-Container
vermochte
keine
justiziablen
Tatbestände
anführen
und
suchte
dann
oft
Zuflucht
in
so
schwammigen
Wortverhauen
wie
„intersubjektive
Menschenwürde“.
Doch
wer
fühlte
sich
denn
von
den
Teilnehmern,
den
etwa
5
Millionen
Fernsehzuschauern
(überwiegend
Leute
unter
38
Jahren,
besonders
viele
in
der
Altersgruppe
zwischen
12
und
16
Jahren)
und
der
noch
deutlich
größeren
Gruppe
der
an
den
Diskussionen
Beteiligten
in
seiner
Menschenwürde
verletzt?
Weder
das
Fernsehen
noch
irgendein
anderes
Medium
kann
aus
dem
Nichts
erfolgreiche
Trends
generieren.
Das
Medium
muss
vielmehr
allgemeine
Strömungen
und
Neigungen
des
Publikums
schon
vorfinden,
um
auf
dieser
Basis
publikumswirksame,
d.h.
quotenträchtige
Sendeformate
und
Inhalte
produzieren
und
damit
Gewinn
machen
zu
können.
Welche
Strömungen
traten
hier
also
an
die
sichtbare
Oberfläche?
Eine
Untersuchung
mit
tiefenpsychologischen
Anspruch
ergab,
dass
die
Zuschauerbedürfnisse
mehrfach
bedient
wurden.
Zunächst
versprachen
sie
sich
von
BB
eine
quasi
göttliche
Position
(Der
liebe
Gott
sieht
alles!),
aus
der
sie
sonst
verborgene
Skandale
und
Perversionen
beobachten
zu
können
hofften.
Diese
Erwartung
wurde
nicht
erfüllt,
doch
stattdessen
eröffnete
das
Fernseh-Ereignis
den
Blick
auf
einen
banalen
Alltag,
von
dem
eine
zunehmende
Faszination
ausging:
Demnach
befriedigte
BB
eine
wachsende
Sehnsucht
der
Menschen,
das
alltägliche
Leben
wiederzuentdecken.
Diese
Faszination
zeige
auf,
so
die
Untersuchung,
wie
sehr
die
Medien-Gesellschaft
ein
unmittelbares
und
ganz
normales
Alltagsleben
verloren
habe:
Die
Zuschauer
nutzen
BigBrother,
um
durch
die
Beobachtung
des
Gruppenschicksals
eigene
Grundfragen
des
sozialen
Zusammenlebens
in
allen
Harmonie-
und
Krisenwendungen
durchzuspielen.
Dabei
gingen
sie
vor
wie
Kinder
mit
ihrer
Puppenstube.
Sie
genossen
die
(wirklichen
oder
nur
vermeintlichen)
Eingriffsmöglichkeiten
in
das
Schicksal
der
Figuren
und
deklinierten
mit
ihnen
den
banalen
Koch-,
Putz-,
Dusch-
und
Gammelalltag
durch.
Sie
spielten
Vater,
Mutter,
Kind
und
überprüften
anhand
der
beobachtbaren
Gruppendynamik
eigene
Beziehungsmuster,
das
eigene
Rollenverhalten
und
persönliche
Konfliktstrategien.
Big
Brother
war
daher
nicht
nur
ein
TV-Ereignis,
das
sich
lediglich
passiv
vor
dem
Bildschirm
abspielte.
Es
hatte
den
Charakter
eines
kollektiven
Gesellschafts-
und
Psycho-Spiels:
Die
gesellschaftliche
Beteiligungsquote
war
dabei
weitaus
höher
als
die
Einschaltquote.
Tyrannei
der
Intimität
Auf
der
Suche
nach
den
Wurzeln
des
zuvor
beschriebenen
Verhaltens
bieten
sich
gesellschaftliche
Erklärungsmuster
der
Soziologie
an,
allen
voran
die
des
amerikanischen
Soziologen
Richard
Sennett,
Jahrgang
1943,
des
Briten
Anthony
Giddens,
Jahrgang
1938
und
Berater
von
Tony
Blair,
sowie
der
deutschen
Soziologen
Ulrich
Beck
und
Florian
Rötzer.
Zu
den
Schlüsselwörtern
der
Erklärungsmodelle
heutiger
Gesellschaften
zählen
vorrangig
die
Begriffe
Verfall
der
Öffentlichkeit,
Privatheit,
Intimität,
Schamverlust,
Enttabuisierung
und
Individualisierung,
aber
auch
Aufmerksamkeit.
„Cogito
ergo
sum“,
so
hieß
es
früher
einmal,
heute
gilt
zunehmend:
„Ich
errege
Aufmerksamkeit,
also
bin
ich“.
Wem
Tausende
oder
gar
Millionen
zuschauen,
und
sei
es
um
den
Preis
dem
kompletten
Entblödung,
der
kann
nicht
bedeutungslos
sein.
Warum
ist
heute
Aufmerksamkeit
ein
so
begehrtes
Gut,
und
zwar
für
den
Einzelnen
und
jenseits
der
zuvor
schon
erwähnten
rein
kommerziellen
Gründe?
Weil
Aufmerksamkeit
in
der
sogenannten
Wissensgesellschaft
den
Wert
besitzt,
der
früher
Rohstoffen
zukam,
sagt
Florian
Rötzer
mit
Bezug
auf
verschiedene
amerikanische
Apologeten
der
Cyberkultur,
denn
das
grundlegende
ökonomische
Modell,
wie
Wert
erzeugt
wird,
habe
sich
tiefgreifend
verändert.
Aufmerksamkeit
ist
die
Währung
einer
Informationsökonomie,
so
die
Aussage,
denn
bei
Informationen
bestehe,
anders
als
bei
Rohstoffen
oder
Produkten
in
der
Industriegesellschaft,
keine
Verbindung
zwischen
Knappheit
und
Wert,
sondern
zwischen
Bekanntheit
und
Wert.
Es
reiche
weder
für
einen
ideellen
noch
erst
recht
nicht
für
einen
kommerziellen
Erfolg
aus,
irgendetwas
zu
publizieren,
also
öffentlich
zu
machen,
erst
die
Beachtung
bestimme
den
Wert.
Da
aber
Aufmerksamkeit
nur
in
der
Öffentlichkeit
errungen
werden
kann,
sind
die
zwei
Parameter
Aufmerksamkeit
und
Öffentlichkeit
untrennbar
verbunden.
Öffentlichkeit
galt
bislang
als
Paradigma
für
den
nicht
privaten
Raum.
Diese
Bedeutung
hat
sich
inzwischen
weitgehend
verändert.
Doch
das
ist
keineswegs
eine
kurzfristig
eingetretene
Erscheinung.
Richard
Sennett
sieht
den
Niedergang
der
öffentlichen
Kultur
und
den
Wandel
des
Intimen
zum
Öffentlichen
bereits
am
Übergang
des
18.
zum
19.
Jahrhunderts
einsetzen.
Der
Wandel
von
der
Erotik
zur
Sexualität
vollzog
sich
dann
im
20.
Jahrhundert.
Öffentlichkeit
und
Privatheit
sind
für
Sennett
zwei
gesellschaftliche
Bereiche,
deren
Funktion
und
Leistung
sich
gegenseitig
ausbalancieren
müssen.
Dabei
steht
die
Öffentlichkeit
für
Zivilisation
und
das
Männliche,
das
Private
wird
der
Natur
und
dem
Weiblichen
zugeordnet.
Im
18.
Jahrhundert
bestand,
so
die
These,
ein
Ausgleich
zwischen
den
beiden
Bereiche,
der
im
19.
Jahrhundert
ins
Wanken
geriet
und
im
20.
zerstört
wurde.
Wenn
aber
dieses
Gleichgewicht
verloren
geht,
dann
geraten
beide,
Öffentlichkeit
wie
Privatheit,
in
eine
Krise.
Diese
ist
das
Kennzeichen
der
gegenwärtigen
Situation.
Es
muss
hier
genügen,
nur
einige
weitere
Schlussfolgerungen
zu
erwähnen.
Und
die
besagen,
dass
Entwicklungen
wie
der
Kapitalismus,
die
industrielle
Entwicklung
mit
der
Verstädterung
sowie
eine
veränderte
Stellung
von
Religion
und
Kirche
zur
„Erfindung
der
Persönlichkeit“
geführt
haben,
die
dann
durch
die
Prüderie
des
Viktiorianismus
mannigfachen
Zwängen
unterworden
wurde,
aus
denen
sie
sich
nach
und
nach
befreite.
In
diesem
Kontext
erringt
die
Psychoanalyse
ihre
bedeutungsvolle
Position.
Sexualität
und
intime
Bekenntnisse
gehören
zur
emotionalen
Selbsterkundung
und
Verwirklichung.
Das
eigene
Selbst
ist
die
Brille,
durch
die
die
Außenwelt
wahrgenommen
und
vor
allem
bewertet
wird.
Der
Blick
auf
die
Gesellschaft
kann
sich
nicht
mehr
vom
Blick
auf
das
Selbst
lösen.
Diesen
Blickwinkel
nennt
Sennett
eine
„intime
Sichtweise“.
Und
die
intime
Gesellschaft
liegt,
sarkastisch
formuliert,
ständig
auf
der
Couch
einer
in
unterschiedlichen
Gewändern
auftretenden
Psychotherapie.
Doch
selbst
diese
Form
der
Intimität
geht
zum
Ende
des
20.
Jahrhundert
verloren
oder,
richtiger,
wandelt
sich,
indem
bis
dahin
im
gesellschaftlichen
Konsens
errichtete
Tabus
obsolet
werden.
Dabei
kommt
es
gleichermaßen
zum
Tabubruch
wie
zum
Tabuverzicht.
Menschliche
Wärme
ist
unser
Gott
nach
dem
Verlust
der
Transzendenz,
-
und
diesem
Gott
opfern
wir
letztlich
unsere
Intimität.
Denn
menschliche
Nähe
soll
durch
grenzen-
und
schrankenlose
Offenheit
erzielt
werden..
Sehr
verkürzt
erklären
also
zeitgenössische
Soziologen
die
heutige
Dominanz
des
Intimen
und
Privaten
im
ehemals
öffentlichen
Bereich
als
Verschiebungen
gesellschaftlicher
Konventionen
und
Verhaltensweisen,
die
schon
im
vorletzten
Jahrhundert
ausgelöst
worden
sind,
und
zwar
vorrangig
durch
den
Kapitalismus
sowie
durch
Säkularisierung
und
Stadtentwicklung.
Das
Selbst
hat
sich
zunehmend
an
die
Stelle
der
Gemeinschaft
und
damit
des
Öffentlichen
gesetzt.
Sexualität
hat
in
dieser
Entwicklung
ihre
soziale
Dimension
eingebüßt.
Sie
dient
vielmehr
als
Metapher
für
grundlegende
Veränderungen,
insbesondere
für
eine
Neustrukturierung
zwischenmenschlicher
Beziehungen
und
steht
deshalb
im
Mittelpunkt
des
Interesses.
Wobei
besonders
Giddens
die
Frauen
als
Hauptträgerinnen
der
sexuellen
Emanzipation
sieht
Ein
bemerkenswertes
Fazit
ziehen
Soziologen
hinsichtlich
aktueller
Tabuverluste
bzw.
-brüche.
Die
große
Angst
der
Menschen
des
19.
Jahrhunderts
lag
darin,
ein
Tabu
zu
verletzen.
Am
Ende
des
20.
und
zu
Beginn
des
21.
Jahrhunderts
gibt
es
nicht
nur
einen
großen
Tabuverlust,
sondern
die
Menschen
scheinen
die
noch
verbliebenen
Tabus
mit
dem
größten
Vergnügen
zu
brechen.
Bei
genauerem
Hinsehen
zeigt
sich
jedoch:
Was
wie
ein
Tabubruch
aussieht,
ist
in
Wirklichkeit
eine
angestrengte
Suche
nach
Tabus,
nach
Grenzen,
die
es
ermöglichen
sollen,
eine
neue
Identität
aufgrund
der
gesellschaftlichen
Umstrukturierung
auszubilden.
Und
dies
alles
dient
dem
Ziel,
das
große
Tabu
des
20.
Jahrhunderts
nicht
zu
verletzen.
Das
unausgesprochene
Tabu
unserer
Gesellschaft,
so
Sennett,
ist
das
Scheitern.
Alles
ist
erlaubt,
aber
nicht
das
Scheitern.
Jede
Gesellschaft
hat
die
Medien,
die
sie
verdient,
d.h.
die
sie
widerspiegeln
.
Insofern
kann
BigBrother
nur
als
hilfreich
angesehen
werden,
da
durch
diese
Sendung
sehr
zugespitzt
undymptomatisch
eine
schon
länger
zu
beobachtende,
zunächst
paradox
wirkende
Entwicklung
unserer
Gesellschaft
beispielhaft
vorgeführt
und
damit
klarer
wurde.
Einerseits
ziehen
sich
gerade
junge
Menschen
immer
stärker
aus
der
Öffentlichkeit,
verstanden
als
solidarische,
institutionalisierte
Gemeinschaft,
in
die
Privatheit
zurück,
wobei
die
Individualisierung
oft
bis
zur
Entsolidarisierung
gesteigert
wird.
Andererseits
verliert
die
Privatheit
immer
mehr
ihren
ursprünglichen
Charakter,
da
eben
Intimität
zunehmend
öffentlich
gemacht
wird
Das
entbindet
allerdings
niemanden,
auch
bei
den
Mediengestaltern
nicht,
Menschenwürde
und
demokratische
Ordnung
zu
achten
und
sich
für
deren
Erhalt
mitverantwortlich
zu
fühlen.
Demgemäss
sollten
die
Medien
es
zu
einer
ihrer
Aufgaben
machen,
an
einem
demokratischen
und
würdevollen
Umgang
mit
dem
Privaten
und
Intimen
mitzuwirken.
Wenn
die
zuvor
zitierten
Soziologen
mit
ihrer
These
Recht
haben,
dass
mit
der
zunehmenden
Privatheit
der
Öffentlichkeit
sich
eine
weibliche
Qualität
der
Sozialisation
in
den
Vordergrund
geschoben
hat,
so
müsste
die
stringente
Folgerung
sein,
dass
Frauen
auch
besonders
berufen
und
befähigt
sind,
an
dieser
Aufgabe
mitzuwirken.

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