|
Dass
unser
Gesundheitswesen
reformbedürftig
ist,
und
zwar
vor
allem
aufgrund
von
finanziellen
und
demographischen
Entwicklungen,
ist
quer
durch
alle
politischen
und
gesellschaftlichen
Lager
bekannt
und
anerkannt.
Jenseits
dieser
allgemeinen
Aussage
jedoch
hört
der
Konsens
auch
schon
auf.
Über
das
Wie,
Was
und
Wann
der
notwendigen
Reform
wird
zwischen
den
Beteiligten,
also
den
Ärzten,
den
Kassen
und
den
politischen
Parteien,
bereits
seit
Jahren
gestritten.
Gesundheitsreformen
kommen
und
gehen,
stark
abhängig
von
den
jeweiligen
politischen
Mehrheitsverhältnissen,
und
werden
uns
ganz
sicher
auch
in
Zukunft
noch
weiterhin
beschäftigen.
Einige
Strukturelemente
allerdings,
die
die
zukünftige
Entwicklung
ganz
unausweichlich
prägen
werden,
tauchen
in
allen
Plänen
und
Diskussionsbeiträgen
auf.
Vernetzung
und
Telekommunikation
zählen
zu
diesen
wesentlichen
Zukunftselementen,
sie
sind
Metaphern
der
aktuellen
Diskussion
um
eine
sinnvolle
Neustrukturierung
unseres
Gesundheitssystems.
Die
jüngst
wieder
aus
dem
Bundesgesundheitsministerium
angestoßene
Debatte
um
eine
"Arzneimittel-Chipkarte"
beweist
es.
Dabei
gibt
es
zwei
unterschiedliche
Ansatzpunkte
von
Vernetzung,
die
aber
letztlich
wie
die
zwei
Seiten
einer
Medaille
zusammengehören:
die
elektronische
Vernetzung,
also
die
technologische
Komponente,
und
die
strukturelle
Vernetzung
der
verschiedenen
Ebenen
der
medizinischen
Versorgung,
also
die
wirtschaftlich-gesellschaftliche
Seite.
Beides
korrespondiert
stark
mit
Grundsatzfragen
gesellschaftlicher
Szenarien,
deren
Realisation
weiterhin
aufmerksamer,
kritischer
Beobachtung
bedarf.
Dennoch
ist
vieles
in
praxi
schon
soweit
gediehen,
dass
es
bereits
heute
ganz
alltägliche,
praktische
Vorteile
bietet.
Wohin
die
Entwicklung
in
Zukunft
gehen
wird,
welche
Konzepte
vorliegen
und
was
davon
schon
heute
mehr
Praxisnutzen
und
Lebensqualität
bietet,
lässt
sich
weitgehend
erkennen
und
bietet
gesundheitsreformgestressten
Ärzten
so
manche
Erleichterung.
Und
diese
kommt
letztendlich
wieder
den
Patienten
zugute.
Man
mag
es
manchmal
schon
gar
nicht
mehr
hören,
das
Wort
Vernetzung,
einer
der
derzeit
meist
strapazierten
Begriffe.
Doch
er
hat
seine
Berechtigung,
auch
wenn
er
alles
andere
als
eine
neue
Methode
verkündet.
Die
Evolution
hat
das
Muster
geliefert,
die
Natur
zeigt
es
immer
wieder
und
überall
deutlich:
Vernetzung
ist
die
effektivste
Organisationsstruktur.
Dort,
wo
Informationen,
Dienste
und
Materialien
direkt,
schnell
und
vielseitig
ausgetauscht
werden,
können
Hochleistungen
erbracht,
gewaltige
Energien
verfügbar
gemacht
und
Lebensqualität
gewonnen
werden.
Umgekehrt
haben
Einzelgänger
meist
schlechte
Karten,
ausgegrenzt
aus
einem
Verbund,
sind
sie
oft
geschwächt,
stehen
im
schlimmsten
Fall
auf
verlorenem
Posten.
Unser
Gehirn
mit
seinen
Milliarden
Zellen
und
netzwerkartig
verknüpften
Bahnen
demonstriert
als
Paradebeispiel
dieses
Funktionsprinzip.
Wenn
die
Ernährung
der
Zellen
ausbleibt,
der
Austausch
von
Botenstoffen
und
biochemisch-elektrischen
Signalen
blockiert
wird,
dann
brechen
alle
von
diesem
in
gesundem
Zustand
auch
heute
noch
jeglicher
Hochtechnologie
überlegenen
Organ
abhängigen
Systeme
zusammen.
In
dem
recht
dramatischen
Wandel,
in
dem
sich
das
deutsche
Gesundheitssystem
befindet,
wird
allen
im
Gesundheitswesen
Tätigen,
also
allen
voran
den
Ärzten,
Zahnärzten,
Apothekern
und
anderen
Heilberuflern,
immer
mehr
zeit-
und
kostenintensive
Aufgaben
abverlangt,
die
mit
ihrem
originären
Berufsbild
wenig
zu
tun
haben.
Hinzu
kommt
ein
rasanter
wissenschaftlicher
Fortschritt
in
Medizin
und
Pharmazie
mit
einer
Publikationsfülle,
deren
angemessene
Adaption
und
Umsetzung
in
der
eigenen
Praxis
zunehmend
schwieriger
wird.
Unkomplizierte,
schnelle
Information
und
effektive
Kommunikation
sind
um
so
mehr
Voraussetzungen,
um
mit
den
aktuellen
Herausforderungen
fertig
zu
werden.
Daher
ist
eben
Vernetzung
so
wichtig
und
wird
es
zukünftig
immer
mehr.
Dass
bei
allen
neuen
Lösungsansätzen
anstehender
Probleme
neben
den
Chancen
immer
auch
auch
neue
Risiken
mit
in
Betracht
gezogen
werden
müssen,
ist
Binsenweisheit.
Was
nun
ist
konkret
mit
Vernetzung
im
Gesundheitswesen
gemeint?
Zum
einen
geht
es
um
den
konsequenten
Einsatz
der
Telematik
mit
besonders
starker
Gewichtung
der
elektronischen
Vernetzung
und
Online-Kommunikation
auf
der
Basis
der
Internettechnologie.
Umfassende
arztrelevante,
bedarfsgerechte
Informationen,
komfortable
Recherchemöglichkeiten
und
ebenso
sichere
wie
deutlich
beschleunigte
Kommunikation
zwischen
Praxen,
Kliniken,
Apotheken
und
Standesorganisationen,
kurzum
eine
neue
Qualität
ärztlicher
Tätigkeit
mit
Hilfe
eines
zeitgemäßen
Kommunikationssystems
ist
im
Entstehen.
Zum
anderen
steht
eine
grundlegende
Neustrukturierung
der
medizinischen
Versorgung
in
Deutschland
(und
längerfristig
auch
in
Europa)
an,
die
in
ersten
Schritten
mit
„Praxisnetzen“
bzw.
„Vernetzten
Praxen“
durch
verbesserte
Koordination
der
Leistungen
und
eine
höhere
Durchlässigkeit
der
traditionellen
Strukturen
durch
verstärkte
Kooperation
eine
rundum
höhere
Effizienz
der
Patientenversorgung
erreichen
will.
Beide
Formen
der
Vernetzung
haben,
so
unterschiedlich
ihre
Ansatzpunkte
zunächst
auch
sein
mögen,
dasselbe
Ziel:
schnellere
und
gesicherte
Informationen
für
den
Arzt
und
Apotheker
und
eine
rund
um
die
Uhr
gewährleistete
sofortige
Betreuung
der
Patienten
auf
der
jeweils
„richtigen“,
sprich
der
sowohl
kostengünstigsten
als
auch
kompetentesten
Ebene,
die
den
Patienten
und
die
Solidargemeinschaft
belastende
zeit-
und
geldraubende
Mehrfachuntersuchungen
ausschließt.
Damit
soll
das
Kunststück
einer
Qualitätssicherung
oder
gar
-steigerung
der
medizinischen
Versorgung
bei
gleichzeitiger
Kostensenkung
vollbracht
und
der
finanzielle
Kollaps
unseres
(medizinisch
sehr
guten)
Gesundheitssystems
vermieden
werden.
Die
Technik
oder
richtiger
die
technischen
Voraussetzungen
für
eine
funktionierende
digitale
Vernetzung
und
sichere
Telekommunikation
aller
Gesundheitsdienstleister
sind
gegeben.
Allerdings
gilt
es
noch
eine
ganze
Reihe
ernst
zu
nehmender
Hürden
zu
überwinden:
teilweise
mangelndes
Interesse,
noch
zu
hohe
Kosten
für
eine
adäquate
telematische
Ausrüstung
von
Praxen
und
Organisationen,
erhöhte
Arbeitsbelastung
bei
der
Einführung
neuer
Technologien,
partiell
fehlende
gesetzliche
Regelungen
und
Uneinigkeit
auf
der
Funktionärsebene
der
Körperschaften.
Dennoch
sei
es
wiederholt:
Die
Telematik
bietet
wesentliche
Werkzeuge
sowohl
für
die
Überlebensfähigkeit
der
einzelnen
Praxen
als
auch
für
die
Reform
der
gesamten
medizinischen
Versorgung
hin
zu
einem
zukunftsfähigen
Gesundheitswesen.
Der
strukturelle
Ansatz
von
Praxisnetzen
Das
Schlagwort
Vernetzung
tauchte
im
medizinischen
Bereich
zunächst,
d.h.
in
den
achtziger
Jahren,
im
Zusammenhang
mit
den
ersten
telemedizinischen
Pilotprojekten
auf.
Doch
der
Begriff
Vernetzung
hat
es
nicht
nur
"total
digital",
sondern
inzwischen
auch
im
Hinblick
auf
eine
fundamentale
Neustrukturierung
der
medizinischen
Versorgung
zu
großer
Popularität
gebracht:
Seit
einigen
Jahren
machen
die
„Vernetzen
Praxen“
bzw.
„Praxisnetze“
oder
„Ärztenetze“
von
sich
reden.
Korrekter,
allerdings
sprachlich
sperrig
ist
die
Formulierung
„Neue
vernetzte
Versorgungsstrukturen
im
Gesundheitswesen“.
Während
die
elektronische
Vernetzung
in
erster
Linie
ein
Objekt
von
Ingenieurwissenschaft
und
Technik
ist,
fällt
die
Etablierung
„Vernetzter
Praxen“
in
den
Bereich
von
Gesundheits-
und
Standespolitik.
Eine
Neustrukturierung
der
zukünftigen
medizinischen
Versorgung,
die
alle
Beteiligten
zufriedenstellt,
ähnelt
der
Quadratur
des
Kreises.
Die
Ärzte
verlangen
eine
angemessene
und
über
längere
Zeiträume
kalkulierbare
Vergütung
ihrer
Leistungen,
die
Patienten
erwarten
die
effektivste,
d.h.
die
bestmögliche,
aber
keineswegs
überdimensionierte
Versorgung,
die
Krankenkassen
suchen
nach
der
wirtschaftlichsten
Form
der
Leistungserbringung,
und
der
Politik
muss
an
einer
auf
lange
Sicht
finanzierbaren
Grundversorgung
der
Bürger
gelegen
sein.
Anders
ausgedrückt
geht
es
darum,
die
Qualität
der
medizinischen
Versorgung
auf
dem
jeweils
zeitgemäßen
Stand
gewährleisten
und
doch
angemessen
finanzieren
zu
können.
Das
bedeutet
eine
rund
um
die
Uhr
garantierte
Versorgung
der
Patienten
auf
der
jeweils
„richtigen“,
sprich
der
zugleich
kostengünstigsten
(=
effizientesten)
und
kompetentesten
(=
effektivsten)
Ebene.
Daraus
ergeben
sich
die
zentralen
Trends:
Qualitätssicherung
und
Kostenkontrolle.
Es
sind
die
Basiselemente
von
zukunftsorientierten
Praxisnetzen.
Kurzfristig
kommt
es
darauf
an,
die
Tätigkeit
jedes
Arztes,
jeder
Ärztin
effizienter
zu
gestalten,
indem
die
Kooperation
der
Beteiligten
auf
vorhandenen
Grundlagen
optimiert
wird.
Erster
Schritt
in
diese
Richtung
ist
die
verbesserte
Koordination
der
Leistungen
von
Arztpraxen
untereinander
in
Praxisnetzen,
darüber
hinaus
auch
mit
Pflegediensten
und
Kliniken.
Überall
in
Deutschland
sind
solche
Netze
inzwischen
entstanden,
eine
noch
größere
Zahl
ist
in
Vorbereitung.
Auf
längere
Sicht
muss
jedoch
eine
weitere
Komponente
hinzukommen:
Erst
wenn
die
althergebrachten
sektoralen
Abgrenzungen
von
ambulanter
und
stationärer
Versorgung
überwunden
und
die
Versorgungsstrukturen
neu
geordnet
und
integriert
werden,
lässt
sich
von
einer
angemessenen
Reform
des
Gesundheitswesens
sprechen.
Fakt
ist,
dass
unterschiedliche
Modellprojekte
an
den
Start
gegangen
sind,
sowohl
von
Kassenärztlichen
Vereinigungen
(KV)
konzipierte
und/oder
von
diesen
unterstützte
Projekte
als
auch
verschiedene
Muster
privat
organisierter
Ärztenetze.
Das
verspricht
einen
breitgefächerten
Erfahrungshorizont,
denn
analog
dem
Kölner
Lebensmotto
„Jeder
Jeck
ist
anders“
gilt
auch:
Netz
ist
nicht
gleich
Netz.
Verschiedene
Netz-Modelle
Wie
sieht
Vernetzung
konkret
aus,
welche
Formen
konkurrieren?
Vier
Gruppen
sind
im
wesentlichen
in
der
aktuellen,
bisweilen
kontroversen
Diskussion:
reine
Präsenzdienste
mit
oder
ohne
KV-Beteiligung,
das
Hausarztmodell,
das
Modell
der
kombinierten
Budgets
und
das
Einkaufsmodell.
Das
ebenfalls
oft
genannte
Primärarztmodell,
bei
dem
von
einem
als
„Gatekeeper“
fungierenden
Arzt
die
Patienten
zu
den
notwendigen
BehandllungsMaßnahmen
an
die
entsprechenden
Praxen
bzw.
Dienste
weiterverwiesen
werden,
wurde
bewusst
nicht
in
diese
Reihe
gestellt,
da
es
in
allen
genannten
Formen,
mit
Ausnahme
des
reinen
Präsenzdienstes,
mehr
oder
minder
ausgeprägt
integriert
ist.
Das
Einkaufsmodell
ist
im
Gegensatz
zu
den
anderen
bisher
in
Deutschland
noch
nicht
in
die
Tat
umgesetzt
worden
und
äußerst
umstritten.
Es
besagt,
dass
die
Krankenkassen
direkt
mit
von
ihnen
ausgewählten
Ärzten
Verträge
über
fest
umrissene
Leistungen
und
deren
Vergütung
abschließen,
diese
Leistungen
also
ohne
Einfluss
der
mit
den
KVen
getroffenen
Regelungen
„einkaufen“.
Es
ist
das
Muster,
nach
dem
die
meisten
amerikanischen
Health
Maintenance
Organizations
(HMO)
arbeiten
und
offensichtlich
viel
Geld
einsparen.
Die
Kassen
würden
sich
auf
diese
Weise
vom
passiven
Kostenträger
zum
aktiven
Mitgestalter
der
medizinischen
Versorgung
wandeln,
eine
Entwicklung,
die
von
den
Ärzten
mit
Sorge
betrachtet
und
„offiziell“
abgelehnt
wird.
Die
einfachste
Form
von
Vernetzung
ist
die
privat
organisierte,
vertraglich
geregelte
Kooperation
verschiedener
Haus-
und
Fachärzte
auf
der
Basis
von
intensivem
Informationsaustausch
und
der
Festlegung
bestimmter,
eventuell
arbeitsteiliger
Zuständigkeiten
und
der
Etablierung
eines
Präsenzdienstes.
Das
entspricht
oft
der
Institutionalisierung
eines
ohnehin
schon
vorhandenen
„Zuweiserkreises“
(bei
dem
die
Hausärzte
auch
früher
ihre
Patienten
an
bestimmte
Fachärzte
oder
Kliniken
„inoffiziell“
weitergeleitet
haben).
Dieser
Netzkern
wird
je
nach
Bedarf
durch
neue
Kollegen
erweitert
und
durch
zusätzliche
Dienstleistungen
ergänzt.
Präsenzdienst
bedeutet,
dass
die
Patienten
rund
um
die
Uhr
immer
einen
kompetenten
Ansprechpartner
für
die
Erstversorgung
in
dem
ihnen
bekannten
Umfeld
antreffen.
Das
lässt
sich,
ohne
wesentliche
Zusatzbelastung
der
einzelnen,
über
abgestimmte
Öffnungszeiten
der
angeschlossenen
Praxen,
eine
einheitliche
Telefonnummer
oder
eine
Rufweiterschaltung
in
einem
ISDN-Netz
sowie
die
Einrichtung
eines
Notdienstes
oder
sogar
einer
Notfallpraxis
garantieren.
Diese
ständige
Erreichbarkeit
sorgt
für
eine
verstärkte
Patientenbindung
und
die
Vermeidung
unnötiger
Krankenhauseinweisungen,
die
gezielte
Patientensteuerung
für
die
Vermeidung
unnötiger
Doppeluntersuchungen.
Je
nach
Zielvorstellung
der
Mitglieder
lassen
sich
darüber
hinaus
Netze
mit
unterschiedlich
intensiven
Kooperationsformen
und
verschiedenen
Rechtsformen
verwirklichen.
Das
reicht
von
einer
vereinsähnlichen
oder
genossenschaftlichen
Organisation
bis
zur
Gründung
einer
Betriebsgesellschaft
mit
beschränkter
Haftung.
Als
Rationalisierungspotentiale
bieten
sich
an
der
gemeinsamer
Erwerb
und/oder
Betrieb
von
Medizintechnik
sowie
von
Informations-
und
Kommunikationstechnik,
ein
kollektiver
Mitarbeiter-Pool
sowie
eine
gemeinsame
Praxisorganisation,
die
vom
Einkaufsdienst
für
Praxismaterial
und
-ausrüstung
bis
hin
zu
einer
zentralen
Verwaltungsgesellschaft
reichen
kann.
Ein
Qualitätsmanagement
(Qualitätszirkel,
Definition
von
Qualitätsstandards)
sollte
auch
in
privat
organisierten
Netzen
unbedingt
realisiert
werden.
Zusätzliche
Attraktivität
lässt
sich
gewinnen
durch
gemeinsame
Dienstleistungen,
die
über
den
Rahmen
der
Kassenleistungen
und
sogar
den
der
privaten
Versicherungen
hinausgehen.
Entscheidend
ist,
dass
diese
von
den
Patienten
nachgefragt
bzw.
angenommen
werden.
Was
tatsächlich
realisiert
und
welche
Mehrwertdienste
etabliert
werden
können,
hängt,
gerade
bei
den
über
die
Kernkompetenzen
hinausgehenden
Angeboten,
sehr
stark
von
den
jeweiligen
lokalen
Gegebenheiten
ab.
Das
alles
lässt
sich
mit
fachkundiger
Beratung
durch
Juristen,
Finanz-
und
Steuerexperten
auf
den
Weg
bringen.
Doch
sobald
„offizielle
Versorgungsverträge“
übernommen
werden
sollen,
das
fängt
bei
der
Einbindung
des
Präsenzdienstes
in
den
KV-Notfalldienst
an,
ist
(bis
auf
weiteres)
die
Einbeziehung
der
Kassenärztlichen
Vereinigung
unumgänglich.
Die
Vereinbarungen
mit
KVen
und
Kassen
sind
für
Vernetzte
Praxen
zwingende
Voraussetzung,
wenn
Sonderregelungen
innerhalb
des
gesetzlichen
Vergütungsystems,
also
Anschubfinanzierungen
für
Investitionen,
feste
Punktwerte,
Sonderhonorare
usw.,
angestrebt
werden.
Das
2.
GKV-NeuOrdnungsGesetz
hat
seit
Juli
1997
die
Grundlage
für
eine
Vielzahl
von
Praxisnetzvarianten
im
Rahmen
des
mit
den
Körperschaften
vereinbarten
Versorgungsauftrages
geschaffen.
Und
zwar
auch
für
eine
Reihe
von
Varianten,
die
etliche
ursprüngliche
Inhalte
aushebeln
bzw.
aufheben.
Fast
alles
geht,
wenn
Konsens
erreicht
wird.
Bei
dem
Hausarztmodell
(immer
mit
KV-Beteiligung)
kommt
dem
Hausarzt
die
Rolle
des
Lotsen
innerhalb
eines
Ärztenetzes
zu.
Der
Patient
sucht
sich
einen
Hausarzt
seiner
Wahl
und
verpflichtet
sich,
weitere
medizinische
Maßnahmen
nur
aufgrund
von
dessen
Veranlassung
bzw.
Überweisung
in
Anspruch
zu
nehmen.
Wirklich
zukunftsweisend,
im
Hinblick
auf
die
Neustrukturierung
des
Gesamtsystems,
sind
Praxisnetze
mit
kombinierten
Budgets.
Erst
hier
„folgt
das
Geld
wirklich
der
Leistung“,
wie
von
Ärzteseite
immer
wieder
gefordert,
kommt
tatsächlich
Bewegung
in
die
Landschaft
des
Gesundheitssystem,
insbesondere
in
das
Versicherungssystem.
Daher
gibt
es
auch
hier
die
größten
Hindernisse
zu
überwinden.
Die
Zusammenlegung
von
Budgets
bislang
getrennter
Bereiche
(z.
B
Hausarzt/Facharzt,
ambulant/stationär)
und
die
Zuweisung
der
Vergütungen
aus
dem
gemeinsamen
Topf
an
den/die
Leistungserbringer
machen,
neben
der
Stärkung
des
Kassenarztes,
das
Kernelement
von
neuen
vernetzten
Strukturen
aus.
Dem
Kassenarzt,
und
hier
ganz
vorrangig
dem
(überweisenden)
Hausarzt,
kommt
die
zentrale
Stellung
in
einem
wirklich
vernetzten
System
zu,
die
sogenannte
Lotsen-
bzw.
Gatekeeper-Funktion.
Er
entscheidet,
welche
Behandlung
wie
(Facharzt)
und
wo
(ambulant
oder
stationär)
erfolgen
muss,
ob
und
welche
Medikamente
nötig
sind.
Und
diese
Verantwortung
für
verordnete
und
veranlaßte,
aber
auch
für
als
unnötig
eingestufte
und
daher
eingesparte
Leistungen
muss
sich
finanziell
widerspiegeln.
Das
bereits
angesprochene
Qualitätsmanagement
(Qualitätszirkel,
Definition
von
Qualitätsstandards)
ist
in
diesen
Netzstrukturen
ein
muss.
Grundsätzlich
gilt:
Zusammenarbeit
senkt
die
Praxiskosten,
nach
der
Anlaufzeit
im
Regelfall
auch
den
Stress.
Dabei
liegt
eine
starke
Betonung
auf
Zusammenarbeit,
d.h.
auf
Arbeitsteilung.
Nur
wenn
tatsächlich
ein
Teil
der
individuellen
Entscheidungsfreiheit
abgegeben
und
Einsicht
in
das
eigene
Praxisgeschehen
gewährt
wird,
lässt
sich
eine
Rationalisierungsqualität
durch
die
Netzarbeit
bewirken.
Wesentliche
Instrumente
der
Kooperation
in
einem
Praxisnetz
sind
die
Leitungsgremien.
Deren
Zusammensetzung
kommt
daher
große
Bedeutung
zu.
Wo
Vorteile
sind,
finden
sich
auch
Nachteile.
Ambivalent
beurteilt
werden
von
Beteiligten
bestehender
Netzen
vor
allem
die
Einschränkung
individueller
Entscheidungsfreiheit,
die
in
Kooperationen
zwangsläufig
erforderliche
Offenlegung
eines
Teiles
der
Praxisabläufe,
also
ein
mehr
an
Transparenz,
und
die
Gefahr
von
Selektion
bei
den
voraussichtlich
kommenden
Direktverträgen
zwischen
Kassen
und
Ärztenetzen.
Transparenz,
also
die
partielle
Einsicht
in
die
Praxis-Interna
von
Kollegen,
mindert
den
Konkurrenzdruck,
sagen
die
Befürworter
kooperativer
Arbeit.
Ganz
im
Gegenteil,
argwöhnen
die
Skeptiker,
das
kann
von
unsolidarischen
Kollegen
ausgenutzt
werden.
Fragen
tauchen
auch
hinsichtlich
der
Maßnahmen
von
Kassen
und
dem
Verhalten
von
Kollegen
auf:
Was
haben
Ärzte
zu
erwarten,
wenn
sie
die
vereinbarten
Netz-Standards
nicht
erbringen?
Doch
gibt
es
diesbezüglich
noch
keine
Erfahrungen.
Übereinstimmung
herrscht
dagegen
bei
fast
allen
Ärztinnen
und
Ärzten,
die
bereits
Netzerfahrung
haben,
darüber,
dass
die
Mehrbelastung
am
Anfang
recht
hoch
ist,
der
Ein-
und
Umgewöhnungsaufwand
sich
aber,
wenn
das
Gesamtkonzept
stimmt,
auf
jeden
Fall
lohnen
und
auf
Dauer
auszahlen.
Je
intensiver
das
eigene
Engagement
eingebracht
wird,
um
so
schneller
sind
in
der
Regel
Erfolge
sichtbar.
Und
wo,
bitte
schön,
geht’s
zum
Netz,
wie
kommt
man
am
schnellsten
hin?
Rat
und
Beratung
gibt
es
mittlerweile
recht
vielfältig,
bei
Kollegen
schon
arbeitender
Ärztenetze,
bei
den
KVen,
in
mehreren
Publikationen.
Doch
Vorsicht,
auch
und
besonders
bei
letzteren:
Viele
selbst
ernannte
Netz-Experten
geistern
durch
Presse
und
Buchmarkt
mit
mehr
als
schlichten
Allgemeinplätzen.
Deshalb
sollte
jeder
Kooperationswillige
schon
vor
einer
Kontaktaufnahme
mit
Kollegen
bzw.
der
KV
einige
Fragen
für
sich
selbst
geklärt
haben.
Prüfen
Sie
anhand
der
folgenden
Listen
Ihre
grundsätzlichen
Ziele
und
Ihre
Bereitschaft,
diese
konsequent
zu
verwirklichen.
Kreuzen
Sie
in
den
Prüflisten
(nur
im
Buch
enthalten)
die
Punkte
an,
die
Ihre
Interessen
abdecken.
Wenn
Sie
hier
weniger
als
die
Hälfte
der
Punkte
angekreuzt
haben,
sollten
Sie
Ihre
eigene
Situation
noch
einmal
genau
überdenken,
bevor
Sie
konkrete
Schritte
einleiten.
Bei
einer
überwiegend
positiven
Einstellung
kann
der
Einstieg
in
konkrete
Verhandlungen
beginnen,
doch
muss
dann
auf
der
Verhandlungsebene
über
die
betriebswirtschaftlichen
und
finanziellen
Bedingungen
eines
Praxisnetzes
Klarheit
erzielt
werden.
Ärzten,
die
noch
über
einen
sehr
geringen
Kenntnisstand
hinsichtlich
von
Praxisnetzen
verfügen,
kann
der
grundlegende
Fragenkatalog
nützlich
sein,
den
die
KBV
in
ihrer
Broschüre
„Arbeitsbuch
für
Netze“
zur
Verfügung
stellt.


Christa
Tamara
Kaul
Praxisnetze
und
mehr
-
Vernetzung
im
Gesundheitswesen
Taschenbuch
für
Ärzte
-
Knoll-Deutschland,
Ludwigshafen
-
2000
ISBN
3933335035
Inhalt
I.
Technologische
und
gesundheitspolitische
Rahmenbedingungen
für
Telemedizin,
Elektronische
Ärztenetze
und
Vernetze
Praxen
II
Vernetzte
Praxen
und
Praxisnetze
Auf
dem
Weg
zu
neuen
Strukturen
im
deutschen
Gesundheitswesen
Der
strukturelle
Ansatz
von
Praxisnetzen
Beispiele
bereits
funktionierender
Praxisnetze
MQR
Medizinische
Qualitätsgemeinschaft
Rendsburg
ÄQR
-
Ärztliche
Qualitätsgemeinschaft
Ried
Praxisnetz
Berliner
Ärzte
BKK/TK
Qualität
und
Humanität
-
Vernetze
Praxen
Konstanz
/
Freiburg
GATE
Berlin
-
Gemeinschaft
Ambulanter
Therapeutischer
Einrichtungen
MQM
Medizinisches
Qualitätsnetz
München
Auswahl
weiterer
Praxisnetz-Adressen
III
Telemedizin
-
Begriffsklärung
Chancen
und
Probleme
der
neuen
Medien
im
Gesundheitswesen
EPA
-
die
integrierte
multimediale
elektronische
Patientenakte
Elektronische(s)
Netz(e)
für
Medizin
und
Gesundheitsverwaltung
-„Gesundheitsplattform“
Datenkarten:
Patientenkarten
u.
Professional
Cards
Elektronische
Signatur
und
elektronischer
Arztausweis
Elektronisches
Rezept,
Online-Kassenabrechnung
und
ärztliche
Weiterbildung
Informationelles
Selbstbestimmungsrecht
Die
ersten
Schritte
am
medizinischen
Online-Markt
IV
Das
wird
Ärzten
heute
geboten:
Geschlossene
Netze
und
offene
Informationsdienste
auf
Basis
der
Internettechnologie
Deutsches
Forschungsnetz
DGN
Deutsches
Gesundheitsnetz
HOS
multimedica
(mit
Physicians’
Online)
TeleMed
T-Mart.
Global
Healthcare
und
T-TeleSec
DeutschlandMed
DIMDI
Das
Gesundheits-Web
AWMF
Deutsches
Medizin
Forum
MedizInfo
Deutsches
Pharmazie
Forum
IDT
Integrierter
Datentransfer
V
Telematik
und
neue
vernetzte
Versorgungsstrukturen:
Basis
effizienter
Arbeit
VI
Glossar
Einige
wichtige
Begriffe
und
Abkürzungen
zum
Thema
VII
Adressen
/
Ansprechpartner
/
Informationsquellen
VIII
Literatur
Weiter
gehende
Auskünfte
zu
diesem
Buch
und
/oder
Material
bzw.
Artikel
zu
diesem
Thema
auf
Anfrage
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